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Wie angesprochen kommen in loser Reihenfolge Informationen zu verschiedenen Kräutern, um ihnen auch ein paar Einblicke in kleine Besonderheiten in der Kräuterkunde zu geben.
Heute haben wir mal ein oft unterschätztes und vielleicht auch zu wenig wertgeschätztes Kraut herausgesucht: Zimt.
Zimt ist ein beliebtes Gewürz in der Küche – doch nicht jede Art von Zimt ist und schmeckt gleich: Sie schauen jetzt sicher ein wenig verwirrt. Sowas nutzt man doch nur zur Weihnachtszeit. Nicht nur das denn die Inhaltsstoffe von Zimt sollen antioxidativ, entzündungshemmend, krebshemmend, antidiabetisch und insektizid wirken. Kein Wunder also, dass es ein traditionelles Hausmittel bei Blutungen, Zahnproblemen, Mundgeruch und Verdauungsproblemen ist.
Das Gewürz wird aus der Rinde von Zimtbäumen hergestellt. Für qualitativ hochwertigen Zimt wird dabei nur die innere Schicht der Rinde junger Zweige mit speziellen Messern abgeschabt. Danach wird die Zimtrinde getrocknet und kommt eingerollt als Zimtstangen oder in gemahlener Form in den Handel. Je nach Herstellung und Zimtart unterscheidet sich das Aroma. Die wichtigsten Vertreter auf dem europäischen Markt sind Ceylon-Zimt und Cassia-Zimt. Ceylon-Zimt wird auch als der „echte Zimt“ bezeichnet und gilt als besonders hochwertig. Cassia-Zimt dagegen hat ein eher zurückhaltendes Aroma, ist vor allem in gemahlener Form zu finden und zumeist günstiger. Für diese Sorte werden oft auch dickere Rindenschichten sowie Kork und Teile der äußeren Rinde verwendet. Dadurch schmeckt Cassia-Zimt meist herber und ist auch etwas dunkler als Ceylon-Zimt.
Ob der Verzehr von Zimt auch Nachteile mit sich bringen kann, hängt von den Eigenschaften der Zimtarten ab. Beide Sorten unterscheiden sich in der Konzentration der Inhaltsstoffe, vor allem im Gehalt an Cumarin. Dabei handelt es sich um einen natürlichen Aromastoff, der auch in anderen Pflanzen vorkommt. Empfindliche Personen vertragen Cumarin schlecht, sie leiden nach dem Verzehr größerer Mengen unter Kopfschmerzen und Übelkeit. Auch eine leberschädigende und krebserregende Wirkung wird diskutiert. Das Problem ist, dass die Zimtsorte Cassia einen hohen Cumarin-Gehalt hat, wodurch die tolerierbare tägliche Aufnahmemenge von 0,1 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht leicht überschritten werden kann. Ein moderater Konsum ist aber meist unproblematisch. Dennoch rät das Bundesinstitut für Risikobewertung zimtliebenden Verbrauchern und Verbraucherinnen, vor allem den cumarinärmeren Ceylon-Zimt in der Küche zu verwenden. Schwangere und Stillende sollten sicherheitshalber gar keinen Cassia-Zimt zu sich nehmen.
Seit einigen Jahren ist Zimt nicht nur als Gewürz, sondern auch in Form von Tabletten oder Kapseln verbreitet. Sie sollen beispielsweise Diabetikern und Diabetikerinnen dabei helfen, ihren Blutzucker zu regulieren. Andere versprechen sich von Zimt-Präparaten Unterstützung beim Abnehmen.
So schätzt die Wissenschaft die gesundheitsförderliche Wirkung von Zimt-Präparaten ein:
Diabetes mellitus Typ II ist eine Stoffwechselerkrankung, die wegen eines Insulinmangels beziehungsweise einer verminderten Wirkung des Insulins (Insulinresistenz) mit einem hohen Blutzuckerspiegel einhergeht. Doch kann Zimt darauf Einfluss nehmen? Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2019 hat 18 Studien zur Wirkung von Zimtpräparaten bei Personen mit Diabetes mellitus Typ II verglichen. Dabei kam heraus, dass Zimt möglicherweise den Blutzucker senken kann. Doch andere wichtige Parameter bei Diabetes wie der HbA1C-Wert (ein Wert, der den Blutzuckerspiegel der letzten Wochen widerspiegelt), der Insulinspiegel im Blut und die Insulinresistenz blieben unter der Einnahme von Zimt unverändert. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass die Wirkung von Zimt auf Diabetes mellitus Typ II nach wie vor unklar ist. Auch sind Aussagen über langfristige Effekte bisher nicht möglich.
Bei der gleichen Zimt-Diabetes-Metaanalyse kam heraus, dass die Einnahme von Zimtpräparaten keinen signifikanten Einfluss auf den Body-Mass-Index (BMI) und den Hüftumfang der Probanden und Probandinnen mit Diabetes hatte. Eine andere Metaanalyse zeigte, dass Studienteilnehmende über 50 und mit Adipositas (starkem Übergewicht), die Zimt als Präparat eingenommen haben, ihr Körpergewicht und ihren Fettanteil im Körper reduzieren konnten. Der Effekt war aber gering. Weitere Studien, auch mit gesunden Teilnehmenden, sind nötig, um klare Aussagen über die Wirkung von Zimt auf das Körpergewicht treffen zu können.
So vielversprechend einige der Studien auch wirken, gibt es bisher nur vage Hinweise dafür, dass Zimt bei Krankheiten wie Diabetes mellitus helfen könnte. Es fehlen weitere valide Studien, denn Experten und Expertinnen bemängeln unter anderem die Qualität der vorhandenen Untersuchungen. So wurde zum Beispiel nicht immer angegeben, um welche Zimtsorte es sich überhaupt handelte, wie die Präparate hergestellt wurden und welche Dosis zum Einsatz kam. Dabei sind das wichtige Einflussfaktoren auf die Zusammensetzung und Wirkung – sowie die möglicherweise schädigende Wirkung. Denn anders als beim gelegentlichen Einsatz als Gewürz wird Zimt in Präparaten in größeren Mengen täglich eingenommen. Dabei ist die Unbedenklichkeit und Sicherheit von Zimt als Nahrungsergänzungsmittel oder sogar als Therapeutikum bisher nicht nachgewiesen. Es ist unklar, ob eine langfristige Anwendung von Zimt nicht sogar gesundheitsschädlich sein könnte. Personen mit Diabetes würden Zimtpräparate zum Beispiel auch dauerhaft einnehmen müssen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung, das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte sowie die Deutschen Diabetes Gesellschaft haben sich darum dafür ausgesprochen, dass Zimtpräparate eine Zulassung für Arzneimittel durchlaufen sollten – damit Wirksamkeit und Sicherheit eindeutig geklärt werden können und Patienten und Patientinnen geschützt werden.
Quelle: https://www.aok.de/pk/magazin/ernaehrung/lebensmittel/ist-zimt-gesund/
Wir hoffen, ihnen hiermit auch wieder einen kleinen Einblick geben zu können – sollten sie noch Fragen oder Anmerkungen haben, können sie uns jederzeit gerne kontaktieren.
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